PM zum Fachabend Inklusion am 4. Oktober 2016. Netzwerk Inklusion Frankfurt, STEB und GPRLL

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Pressemitteilung 06.10.2016

Fachabend Inklusion des Netzwerk Inklusion Frankfurt, StEB und GPRLL 

175 Anmeldungen zu Vorträgen und gemeinsamer Diskussion im Schultheater der ERS

Es war Zeit für einen Austausch und einen Fachabend Inklusion. Spätestens nach den zähen Verhandlungen mit HKM und SSA um die Stundenversorgung für Frankfurts Schüler_innen im Mai/Juni dieses Jahres (diese Zeitung berichtete) war klar, dass endlich die Basis befragt werden musste. 

Cremer Puhl Guttmann web

Wie steht es tatsächlich um die Inklusion in Frankfurts Schulen? Was empfinden betroffene Eltern? Wo kann man voneinander lernen oder sich gegenseitig unterstützen? Ist alles nur Jammern auf hohem Niveau, wie das HKM unterstellt? U.a. diesen Fragen gingen am 4.10.16 das Netzwerk Inklusion Frankfurt gemeinsam mit dem Stadtelternbeirat der Stadt Frankfurt (StEB) und dem Gesamtpersonalrat Lehrerinnen und Lehrer (GPRLL) nach. Mit 60-80 Personen hatte man gerechnet, 175 Anmeldungen waren es am Ende geworden, was einen Umzug der Veranstaltung in das Schultheater der Ernst-Reuter Schule notwendig machte.

Frankfurts Schülerzahlen wachsen, es fehlt überall an Lehrkräften, die bereit sind in Frankfurt zu arbeiten. Das Staatliche Schulamt (SSA) ist seit Jahren ohne nennenswerte Amtsleitung, wichtige Entscheidungen liegen auf Halde. Der Sanierungsstau in Frankfurts Schulen, fehlende Differenzierungsräume, Förderlehrkräfte, die zwischen verschiedenen Schulen unterwegs sind wie Handelsreisende. Verunsicherte Eltern, die angeblich Wahlfreiheit zwischen Förder- und Regelschule haben. Hierbei handelt es sich nicht wirklich um Wahlfreiheit, sondern eher um eine Lebensentscheidung der Eltern. „Einer geregelten Arbeit können Eltern von Kindern mit Förderbedarf jedenfalls nicht nachgehen, wenn sie sich für die Inklusion entscheiden. Zumindest ein Elternteil nicht.“, so Alexandra Cremer, Sprecherin des Netzwerk Inklusion Frankfurt. Der Abend machte deutlich: Alle Beteiligten brauchen einen langen Atem: Schulleiter_innen, Lehrkräften, Eltern und die Kinder.

Die Veranstaltung bot ein buntes Programm: zunächst stellten die Römerstadtschule als Grundschule und die ERS II als weiterführende Schule ihre Schulkonzepte vor. Anpassungen der in Vergangenheit gut funktionierenden Konzepte aufgrund der schlechteren Ressourcenversorgung waren notwendig geworden.

Publikum web

Dann berichtete Elard Apel vom Stadtschulamt zum Thema „Aufgaben und Beiträge des kommunalen Schulträgers“. Der Vortrag von Ursula Martin-Hantl und Theresa Hildebrandt von Gemeinsam leben Frankfurt e.V., die u.a. einem unabhängige Beratungsstelle für betroffene Eltern betreiben, zeichnete das Bild mit aktuellen Fällen, die nachdenklich stimmten. Die mangelnde Kooperation zwischen den Ämtern wurde deutlich, gepaart mit dem Gefühl, dass Inklusion politisch nicht ausreichend gewollt ist.

In der abschließenden Diskussion trat die Komplexität der Herausforderung und die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten zutage. „Die Gremien müssen noch enger zusammenarbeiten, um gemeinsam etwas zu erreichen“, so Alix Puhl, Vorsitzende des StEB. Während die Lehrkräfte mehr und mehr an ihre Belastungsgrenze geraten, sind betroffene Eltern besorgt um die vielen Wege zwischen Ämtern, notwendiger Etikettierung ihrer Kinder mit Förderbedarfen, der Suche nach Beförderungsoptionen ihrer Kinder zur Schule und nach einer Integrationsassistenz. Die Gespräche werden fortgesetzt und ein gemeinsames Papier verabschiedet. 

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Alexandra Cremer, Netzwerk Inklusion Frankfurt

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.   Mobil: 0171-53 42 585

Alix Puhl, Stadtelternbeiratsvorsitzende Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Mobil: 0160-96 67 76 72 

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06.10.2016 Fachabend Inklusion des Netzwerk Inklusion Frankfurt, StEB und GPRLL