Elternprotest auf dem Römerberg am 07. Mai 2015. Zu wenig innenstadtnahe Plätze an weiterführenden Schulen

Lied
  

Seit Wochen ist es eines der Top-Themen in Frankfurt: 500 der 2916 Kinder aus Frankfurt, die nach den Sommerferien den gymnasialen Bildungsweg einschlagen sollen, haben keinen ihrer drei Schulwünsche erfüllt bekommen. Vor allem Viertklässler aus den innenstadtnahen Quartieren und im Frankfurter Norden, die auf wohnortnahe und in Nachbarschaft zu ihren Grundschulen gelegene Gymnasien wechseln wollten, sind überdurchschnittlich von Absagen betroffen.  Angesichts einer Flut von Erstwunsch-Bewerbungen haben einige der Schulleiter ein Losverfahren angewandt, bei dem Wohnortnähe, eine traditionelle Beziehung zur benachbarten Grundschule sowie Profil-Passung keine Rolle spielten -  trotz gegenteiliger öffentlicher Aussagen derselben Schulleiter vorab. Lediglich Geschwisterkinder hatten bei diesem Auswahlverfahren ihre Plätze sicher.

Dieses Auswahlverfahren halten wir, Eltern betroffener Kinder, für intransparent, nicht nachvollziehbar und willkürlich.
Ebenso wenig kann das neue Gymnasium in Nied das Problem im Frankfurter Norden und in den innenstadtstadtnahen Quartieren lösen: Schulwege von einer Stunde und mehr sind in einer Großstadt wie Frankfurt inakzeptabel. Gerade zynisch mutet es an, wenn Vertreter des Staatlichen Schulamts und des Schuldezernats einen Fußweg von 15 bis 20 Minuten von der S-Bahnstation Nied bis zum neuen Schulstandort in der Dürkheimer Straße als "gut an die S-Bahn angeschlossen" bezeichnen. Dieses Problem kann auch nicht der zwischenzeitlich, nach den massiven Elternprotesten von Schuldezernentin Sarah Sorge (Grüne) angekündigte Schulbus beheben, den die Stadt nur (!) zum vorübergehenden Standort in Höchst zur Containeranlage in der Palleskestraße fahren lassen möchte, aber nicht mehr ab Sommer 2016 zum ebenso abgelegenen Standort in Nied.

Um unserer Kritik Ausdruck zu verleihen, wollen wir am Donnerstag, 7. Mai, vor der Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung ab  16:00 Uhr auf dem Römerberg unter dem Motto "Eine halbe Stunde für Ihre Kinder" protestieren. 

Der Stadtelternbeirat unterstützt diese Aktion. Wir rufen alle Eltern von schulpflichtigen und von Kindergarten-Kindern sowie alle anderen Interessierten auf, sich mit uns zu solidarisieren und mit uns gegen diese unhaltbaren Zustände zu protestieren. Denn die heutigen Erst- bis Drittklässler und Kindergartenkinder werden die Leidtragenden von morgen sein. Immerhin wächst die Zahl der Viertklässler in Frankfurt jährlich um 400! Die Situation wird sich daher in den kommenden Jahren tendenziell verschärfen! Es betrifft also alle Familien in Frankfurt!

Zur Einstimmung werden wir am Donnerstag in leicht abgeänderter Form das Lied "Muss I denn zum Städtele hinaus" anstimmen - mit einem aktuellen Text passend zur Situation (Text im Anhang).

Unsere Forderungen:
- ein transparentes, nachvollziehbares und korrekt im Vorfeld kommuniziertes Auswahlverfahren mit gleichen Auswahlkriterien an den Gymnasien, das von neutraler Stelle verfolgt und geprüft wird. Wohnortnähe und die vorher besuchte Grundschule, zu der eine traditionelle Beziehung besteht, müssen mindestens so stark ins Gewicht fallen wie Geschwisterkinder und Profil. Es ist derzeit widersprüchlich, dass beispielsweise an der Wöhlerschule von 140-145 zu vergebenden Plätzen 60 automatisch an Geschwisterkinder gehen - ganz unabhängig davon, ob diese Kinder überhaupt zum Profil des Gymnasiums passen oder nicht. Ähnlich verhält sich das an den übrigen innenstadtnahen Gymnasien und im Frankfurter Norden. 
- rasche Interims-Lösungen, um den dramatischen Engpass für das Schuljahr 2015/2016 zu beheben, und freie Flächen zu nutzen, die der öffentlichen Hand gehören. Hier käme ad hoc der voll für die Lehre ausgestattete Ex-Bio-Campus im Westend (Siesmayerstraße)  beispielsweise in Frage. Weitere Möglichkeiten wären, an den stark nachgefragten Schulen zusätzliche Klassen einzurichten bzw. die Klassenstärken zu erhöhen – wie es das Hessische Schulgesetz gestattet. 
- prinzipiell "Schule statt Immobilien": Große freie Grundstücke, die jahrelang brach lagen, wurden von Stadt/Land nicht genutzt, wie die ehemalige Oberfinanzdirektion an der Adickesallee, der Bundesrechnungshof an der Berliner Straße (Altstadt), Europaviertel, usw.,  und dann lukrativ vermarktet. Diese massiven Fehlplanungen sind zu korrigieren und Flächen für weiterführende Schulen einzuplanen. Hier bietet sich vor allem der Campus Bockenheim an. Es kann nicht sein, dass das Planungsdezernat ständig um den Zuzug von Familien nach Frankfurt wirbt und nach dem Bau von Krabbelstuben und Kindergärten überrascht ist, dass die Kinder auch auf Grund- und weiterführende Schulen wechseln sollen.

Kontakte:
Gajana & Michael Freisberg,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Uwe Harmening & Sonja Thelen,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ,
Andreas Simm,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Isolde Adler, 
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Julia Krohmer & Thomas Berberich,  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Die Telefonnummern einiger Kontaktpersonen sind dem Stadtelternbeirat bekannt
und können bei Interesse erfragt werden.